25.09.2020

Online-Bürgerdialog zur Tram 96: Vorschlags- und Hinweisphase beendet

Vielfältiger Input wird aufbereitet / Veranstaltungen noch im Herbst geplant

Im Rahmen des Projektes zur Anbindung des Potsdamer Nordens mit der Tram 96 hatte die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam einen Online-Dialog gestartet. Zwischen dem 16. Juli und 20. September 2020 konnten interessierte Potsdamerinnen und Potsdamer ihre Hinweise und Anregungen online unter tram96.de an die Planer einreichen. Zuvor konnten sie sich mit Lageplänen, Webcast und mit einem Projektüberblick online informieren.

Die Vorschlags- und Hinweisphase ist abgeschlossen. Insgesamt sind bei der ViP 89 Beiträge (Vorschläge und Hinweise) eingegangen, die 128-mal von anderen Dialogteilnehmern öffentlich online kommentiert wurden. Die Auswertung läuft derzeit auf Hochtouren.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, sagt: „Die Verlängerung der Tram 96 ist das derzeit wichtigste Infrastrukturprojekt in der Stadt Potsdam und der Region. Sie wird die Erschließung des wachsenden Potsdamer Nordens nachhaltig verbessern. Daher war und ist es wichtig, alle Bürgerinnen und Bürger über den Planungsstand zu informieren und Möglichkeiten für eine Beteiligung zu geben. Aus diesem Grund freue ich mich, dass dieses auch für uns neue Format des Online-Dialogs so gut angenommen wurde. Ich danke allen Potsdamerinnen und Potsdamern, die sich daran beteiligt haben. Besonders den Einwohnerinnen und Bewohnern des Potsdamer Nordens. Sie werden in der Bauphase am stärksten betroffen sein, im Ergebnis jedoch auch am meisten von dem Ausbau profitieren. Diesen offenen Dialog werden wir fortsetzen und hoffen auf eine weiterhin so rege und konstruktive Beteiligung.“

Die Geschäftsführer der ViP, Uwe Loeschmann und Claudia Wiest, bewerten die Vorschlags- und Hinweisphase als Erfolg. Claudia Wiest: „Solche komplexen Projekte sind nur mit einer umfangreichen Projektinformation und Kommunikation im Vorfeld durchführbar. Insofern waren die zurückliegenden Wochen für uns ein wichtiges Stimmungsbarometer. Wir freuen uns über das vorliegende Feedback. Unsere Erwartungshaltung war die eines offenen Dialogs. Sie ist durch die vielen Hinweise, Anmerkungen und Kritik im ersten Schritt erfüllt worden. Wir haben dabei auch positiv wahrgenommen, dass dies in einem konstruktiven Klima erfolgte. In Zeiten der Kontaktbeschränkungen durch Corona hat sich der Online-Dialog als probates Kommunikationsmittel bewährt.“

Inhaltliche Schwerpunkte von Kritik waren beispielsweise die Verkehrsproblematik im Norden insgesamt, Aufteilung von Straßenraum, Projektkosten und -laufzeit, Eingriffe in die Natur, Störungen im Rahmen des Bauverlaufs, Taktfrequenz, Prüfung von Alternativrouten, Brückenbauwerke. Vorschläge gab es zur Streckenführung, Attraktivität der Wartehäuschen/Haltestellen, alternativen Verkehrsmitteln (Elektro- und Oberleitungsbusse, Expressfähre, Seilbahn), Verlängerung/Anbindung der Strecke nach Spandau / Groß Glienicke, Ausbau Radwegenetz sowie zu Haltestellen-Namen.

Insgesamt lässt sich anhand des Online-Dialogs ablesen, dass das Thema Streckenverlauf von besonderem Interesse war. Dieses Thema schlägt mit 32 der 89 Beiträge zu Buche und hat auch viele Kommentare nach sich gezogen. Ein ebenfalls hohes Interesse lösen die Themenbereiche Verkehr, Querungen und Sicherheit mit 21 Beiträgen sowie Haltestellen und Angebot mit 19 Beiträgen aus. Die Beteiligung bei den Themen Natur und Umwelt (10 Beiträge) sowie Hinweise für den Bauverlauf (sieben Beiträge) war etwas weniger rege.

Uwe Loeschmann: „Es gab Hinweise, die sich mit dem grundsätzlichen Für und Wider einer Tramstrecke in den Norden befassten, und auch eine Reihe von Vorschlägen zu Alternativen. Wir wollen den Meinungsaustausch, auch im Wissen darum, dass wir nicht alle Wünsche erfüllen können. Es gab aber auch eine Reihe von Detailhinweisen, die für den Planungsstand einen wichtigen Input darstellen. Je konkreter ein Hinweis ist, desto konkreter kann auch dessen Prüfung ablaufen. Die kommenden Wochen werden wir deshalb intensiv nutzen, um Antworten vorzubereiten und den offenen Dialog mit unserem Part als zweitem Schritt fortzusetzen.“

Die eingebrachten Fragen, Hinweise und Vorschläge sind unter tram96.de/vorschlaege nachlesbar. Sie werden derzeit von unseren Planern geprüft, bewertet und sofern möglich, im Rahmen der Entwurfsplanung berücksichtigt. Die Ergebnisse werden in einer Dokumentation aufbereitet. Aus ihr geht hervor, welche Rückmeldungen in das weitere Verfahren einfließen und welche nicht berücksichtigt werden können und auch weshalb. Die Dokumentation wird auf der Webseite tram96.de ab Spätherbst 2020, voraussichtlich in der zweiten Novemberhälfte, veröffentlicht.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist der Dialog bisher nur online erfolgt. Entsprechend der Entwicklungen der Umgangsverordnung zu Covid19 werden die Bürgerinformationsveranstaltungen in den Ortsteilen Neu Fahrland und Fahrland voraussichtlich im Herbst 2020 nachgeholt. Über genaue Details zum Veranstaltungsformat, den Hygienevorgaben und über das Einladungsmanagement für den „Bürgerdialog vor Ort“ werden wir in den kommenden Wochen im Vorfeld rechtzeitig informieren.

Das ÖPNV-Angebot für Krampnitz folgt der Idee einer nachhaltigen Entwicklung des neuen Wohnquartiers im Potsdamer Norden. Die Tram 96 wird eine attraktive Alternative zum PKW, um die Umwelt und die vielbefahrenen Straßen aus und in den Potsdamer Norden zu entlasten. Für die nördlichen Ortsteile Neu Fahrland und Fahrland bedeutet der Bau und der spätere Betrieb der Tramlinie verkehrliche Veränderungen.

Pressemitteilung ViP Potsdam 67/2020 (PDF, 0.8MB)